Honig und Propolis

Honig und Propolis

Die Imkerei ist bio-zertifiziert, der Honig wird vom Labor geprüft. Warum tut sich ein Hobby-Imker das an? Unser Honig geht zum Großteil an die Familie und Freunde - da ist das Beste gerade gut genug.

Wie entsteht unser Honig? Nach der Winterpause beginnen die Bienen ab ca. Anfang März Nektar und Pollen einzutragen. Ca. Anfang April kann man bereits den ersten Honigraum aufsetzen - und dann geht es recht schnell - bis Mitte Juli füllen die Bienen 2 bis 3 Honigräume voll. Jeder Honigraum hat dabei unterschiedlichen Honig in sich - je nachdem, welche Pflanzen gerade zu jener Zeit blühen, wenn die Bienen den Honigraum anfüllen. So unterscheidet sich der Honig nicht nur nach Lage, sondern auch nach der Zarge, in die er eingetragen wurde. Das reicht vom zartem Frühjahrshonig (Kirschblüte) über Honigtau im Spätfrühling und Frühsommer bis zur kräftigen Sommertracht (z.B. Linde) – jede Ernte ist ein Unikat.

Die Waben werden von Hand geerntet, der Honig wird schonend geschleudert1 und nicht erhitzt, sodass alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Keine Zusätze, keine Behandlung – nur reiner Bienenhonig2.

Neben Honig gewinne ich auch Propolis – das Kittharz, mit dem die Bienen ihren Stock abdichten und vor Krankheitserregern schützen. Propolis ist im Grunde das Desinfektionsmittel der Bienen, mit dem sie so nebenbei auch zugige Fugen in der Beute (Bienenstock) verkleben können. Propolis wird von uns Menschen seit jeher wegen seiner Inhaltsstoffe geschätzt. Es wirkt antimikrobiell und entzündungshemmend. Damit hilft es bei vielen Leiden und es sind keine Resistenzen von Viren oder Bakterien gegen Propolis bekannt. Soweit ich weiß, ist es bisher noch nicht gelungen, standardisierte Propolis-Extrakte herzustellen und so bleibt ein gewisser Unsicherheitsfaktor, ob jeder Extrakt auch die erwünschte Wirkung erzielt.


  1. Kalt gepresst kennt man von Olivenöl und irgendein heller Kopf kam vor einiger Zeit auf die Idee, diesen Begriff auf die Honiggewinnung zu übertragen. Die Sache ist die: würde man Waben warm, oder gar heiß schleudern, würde die Festigkeit der Wabe soweit herabgesetzt, dass der bei Imkern gefürchtete Wabenbruch (Video Clarkson’s Farm) beim Schleudern andauernd passieren würde. Das Ergebnis eines Wabenbruchs ist eine ziemliche Sauerei: Der Schleudervorgang muss unterbrochen werden, Wabenbruchstücke müssen aus der Schleuder gefischt werden, einiges an Honig geht verloren. Niemand möchte das, daher wird auch kein vernünftiger Mensch warm schleudern, wenn schon kalt schleudern nicht so einfach ist. Aber es klingt gut, nicht wahr? ↩︎

  2. Der Anhang der österreichischen Honigverordnung ist hier sehr präzise:
    Honig besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Zuckerarten, insbesondere aus Fructose und Glucose sowie aus organischen Säuren, Enzymen und beim Honigsammeln aufgenommenen festen Partikeln. Die Farbe des Honigs reicht von beinahe farblos bis dunkelbraun. Er kann von flüssiger, dickflüssiger oder ganz bis teilweise kristalliner Beschaffenheit sein. Die Unterschiede in Geschmack und Aroma werden vom jeweiligen botanischen Ursprung bestimmt.
    Dem Honig darf nichts anderes als Honig beigegeben werden, soll er als Honig in Verkehr gebracht oder als Zutat in einem Erzeugnis verwendet werden. Der Honig muss, soweit möglich, frei von organischen und anorganischen Fremdstoffen sein. Er darf – ausgenommen „Backhonig“ gemäß § 4 – keinen fremden Geschmack oder Geruch aufweisen und nicht in Gärung sein und darf weder einen künstlich veränderten Säuregrad haben noch so stark erhitzt worden sein, dass die natürlichen Enzyme vernichtet oder in erheblicher Weise inaktiviert wurden.
    Mit Ausnahme von gefiltertem Honig gemäß § 3 Z 2 lit. f dürfen dem Honig weder Pollen noch andere honigeigene Bestandteile entzogen werden, es sei denn, dass dies beim Entziehen von anorganischen oder organischen Fremdstoffen unvermeidlich ist.
    Anmerkung: § 3 Z 2 lit. f (gefilterter Honig) wurde in der letzten Revision der Verordnung gestrichen, dennoch verweist der Anhang darauf. Naja, auch im Gesetzgebungsprozess schleichen sich redaktionelle Fehler ein … ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis dieser Fehler korrigiert wird. ↩︎